Kino

freiburger film forum: Film in Auszügen über Edouard Glissant: “Un monde en relation/ One world in relation”

Kinosaal im Kommunalen Kino Freiburg (Urachstr. 40) | 17.05.2015 @ 11:00

Edouard_GlissantEdouard Glissant (1928-2011) wurde als Nachkomme schwarzer Sklaven auf Martinique geboren. In seinem großen literarischen Werk setzte er sich mit den Beziehungen zwischen den Kulturen auf seiner Insel auseinander, die karibisch, französisch, afrikanisch und asiatisch geprägt ist.

Er nahm diesen Mikrokosmos auch als Modell für seine Theorien über ein Zusammenleben der verschiedenen Kulturen auf der Welt.

Glissant hat als einer der ersten schon vor vierzig Jahren Grundsätze zu einer kulturellen Globalisierung formuliert, die er positiv sah, und damit die Auffassung von einem „Kampf der Kulturen“ (Clash of Cultures) kritisiert. Einige seiner Gedanken gehören inzwischen zum Allgemeingut einer aufgeklärten Diskussion über Interkulturalität, sei es, dass die Vielfalt vorzuziehen sei vor dem Einen Wahren (des westlichen Denkens) oder dass es zwischen den Kulturen ein Recht auf Differenz geben sollte, also dass man Unterschiedlichkeiten akzeptieren kann.

Er hat seine Kulturkritik fortlaufend entwickelt und viele weitere Ideen zum Verhältnis zwischen Nord und Süd, zu Migration, Identität und auch zu den Ängsten geprägt, die mit der Globalisierung einhergehen.
Der 2011 Verstorbene ist in der frankophonen Welt eine Größe, im anglophonen Raum von Intellektuellen sehr geschätzt, in der deutschen Öffentlichkeit bisher nur wenig bekannt.

Zu seinem 30jährigen Bestehen möchte das freiburger film forum diesen Denker der Weltkulturen aus der Perspektive des Südens präsentieren. Dies geschieht mit Auszügen aus dem Film von Manthia Diawara: Edouard Glissant – Un monde en relation/ One world in relation, mit einer Einführung und Erläuterungen von Beate Thill. Außerdem sollen in einem Gespräch mit Dr. Miriam Nandi, die über Postkoloniale Theorie und Literatur arbeitet, einzelne Aspekte des Films vertieft werden.

Zu Gast: Dr Miriam Nandi vom Englischen Seminar der Universität Freiburg;
Beate Thill, Literarische Übersetzerin, die von 1983 bis zu seinem Tod mit Edouard Glissant zusammenarbeitete.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem CENTRE CULTUREL FRANÇAIS und dem Englischen Seminar der Albert-Ludwigs Universität Freiburg sowie dem informationszentrum 3. welt (iz3w) und freiburg-postkolonial.

Ciné-Club: Les roseaux sauvages (Wilde Herzen)

Kommunales Kino (im alten Wiehrebahnhof, Urachstr. 40) | 19.05.2015 @ 19:30

Der ciné-club ist eine Veranstaltung des Kommunalen Kino Freiburgs in Kooperation mit dem CENTRE CULTUREL FRANÇAIS und dem DEUTSCH-FRANZÖSISCHEN GYMNASIUM FREIBURG.

Nächster Film: Dienstag, den 19. Mai 2015 um 19.30 Uhr
LES ROSEAUX SAUVAGES

Regie: André Téchiné | mit: Élodie Bouchez, Gaël Morel, Stéphane Rideau | Frankreich 1994 | OmU | 110 Min. |

© Pyramide Distribution

 

Während der algerische Krieg die Gemüter im Frankreich des Jahres 1962 erhitzt, müssen drei Jugendliche auch innere Krisen bewältigen. François entdeckt erschrocken seine eigene Homosexualität. Die hübsche Maité wird von François’ Schwarm Serge begehrt, und der Neuankömmling Henri stößt mit seinen radikalen Ansichten auf Ablehnung.
Mit dieser ganz offen autobiographischen, aber zu keinem Zeitpunkt sentimentalen Jugendreminiszenz besticht André Téchiné in dem spannenden Drama “Wilde Herzen” mit präsizen Charakterzeichnungen und leichthändiger Inszenierung.

Einführung: Flavien Le Bouter und Mathias Schillmöller (DFG).