Diskussion I Architektur und Nachhaltigkeit

Architektur und Nachhaltigkeit – wie geht das? Zwischen langem Atem und kurzfristiger Energiekrise

Diskussion mit Michael Gies, Gies Architekten BDA und Dominique Gauzin-Müller, freie Architekturpublizistin, association Frugalité heureuse et créative

Klimakrise, steigende Energiepreise, politische Abhängigkeiten – die Konsequenzen jahrzehntelanger Ausbeutung und Verschwendung natürlicher sowie menschlicher Ressourcen scheinen im kollektiven Bewusstsein angekommen zu sein. Nicht zuletzt durch den Ukraine-Krieg und seine Auswirkungen auf uns alle. Dabei kann die aktuelle Lage vielleicht dazu beitragen, die Allgemeinheit wieder stärker für das Thema Nachhaltigkeit zu interessieren, das ganz sicher nicht neu ist, jedoch gerne verdrängt wird.

Wer sich mit eben dieser Thematik nicht erst seit gestern, sondern bereits seit Jahrzehnten auseinandersetzt, das sind der Freiburger Architekt Michael Gies und die französische Architekturpublizistin Dominique Gauzin-Müller. Im Zentrum und im Herzen der Arbeit von beiden liegt heute wie damals eine ökologische Architektur, die sinnvolle Nutzung von Grund und Boden, die Reduzierung des Energieverbrauchs und der Vorrang ökologischer und lokaler Baumaterialien. Ihr Ziel war und ist es, rechtzeitig einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen und zum Klimaschutz zu leisten. Während Michael Gies diesen Fokus durch eine große Vielfalt von Projekten über Jahrzehnte hinweg umgesetzt hat, hat die Fragestellung bei Dominique Gauzin-Müller über die Zeit eine klar ganzheitliche und gemeinschaftliche Dimension angenommen, die sie mit dem Begriff der Frugalität vertritt.

In der Diskussion zwischen den beiden Architekten wird vor allem der Frage nachgegangen, wie Architektur und Nachhaltigkeit zusammen funktionieren. Darüber hinaus soll dargelegt werden, wo in der öffentlichen Debatte Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutschland und Frankreich existieren und wo man voneinander lernen kann.

Im Rahmen der Trinationalen Architekturtage 2022 & der Ausstellung „Frugalité créative – weniger ist genug“

Mittwoch, 9. November | 19:00 Uhr
CCFF
Sprache: D
Eintritt: frei

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Die Redner:

Michael Gies
Der Architekt Michael Gies studiert und arbeitet in Berlin und Paris, bevor er sich in Freiburg im Breisgau niederlässt und dort 1996 ein eigenes Büro gründet. Sein Interessens- und Arbeitsfeld ist breit gefächert. Mit ressourcenschonenden Bauweisen hat er sich früh und in allen Maßstäben vom Konstruktionsdetail bis zum Städtebau auseinandergesetzt und eine Reihe von pionierhaften Projekten in Deutschland und Frankreich realisieren können. Seit 2004 unterrichtet er im Rahmen von Gastprofessuren und Lehraufträgen u. a. in Straßburg, Montréal und Paris. Er ist Mitbegründer der oberrheinischen Architekturtage und von 2007 bis 2012 Vorsitzender des Architekturforums Freiburg. 2015 wird er in die Kunstkommission der Stadt Freiburg berufen, der er bis 2019 angehört.

Dominique Gauzin-Müller
Die französische Architekturpublizistin lebt seit 1986 in Stuttgart. Sie setzt sich für die Förderung einer ökologischen Architektur und Planung ein: durch Vorträge, Ausstellungen und 21 Bücher, darunter Nachhaltigkeit in Architektur und Städtebau (2001), Ökologische Architektur in Vorarlberg (2009), Lehmarchitektur heute (2017), Pflanzenfaserarchitektur heute (2020) und TerraFibra Architectures (2022). Als Honorarprofessorin des Unesco-Lehrstuhls „Lehmarchitektur, Baukultur und Nachhaltigkeit“ hält sie Vorlesungen an mehreren Architekturschulen und Universitäten in der ganzen Welt: Straßburg, Marrakesch, Zürich, Vaduz, Linz, etc. Sie ist Mitglied der Compagnie des négawatts und der Académie d’architecture sowie Mitbegründerin des Mouvement de la frugalité heureuse & créative.

Datum

Nov 09 2022

Uhrzeit

19:00
Kategorie

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